Triathlon Magazin: Triathlon Rennberichte

In den Bergen, Schneeflocken grüßten und die Loipe war gespurt, im Mai!

Weil ja alle Blöcke schon abgefertigt waren, bin ich dann stolz und mit Lächeln unter dem Helm und etwas in Hast noch mal alleine durch den Start gefahren. Die Blicke der Ordner und Zuschauer 'verständlich', so schauten sie doch etwas irritiert, aber nach ein paar Minuten war ich schon wieder dran. Es kann sich bestimmt jeder vorstellen, was für ein tolles Gefühl es ist, immer zu überholen. Aber, so kam ich auch mal in die Lage zu sehen, wer da so hinten startet: Viele Fahrer, die unsicher auf dem Rad fuhren, mit Trinkrucksäcken ausgestattet waren?! Ein besonderer Fall: kurze Hose, Tennissocken und unrasiert.. Bei angesagten 2-8 Grad No Comment!

Jedenfalls fragte ich mich am ersten Berg, ob ich mit 340 Watt nicht etwas zu hastig angehe, weil mit 2500 Höhenmeter steht mir ja noch ein bisschen was bevor. Nach gut einer halben Stunde hatte ich dann ein paar blaue Startnummern vor und neben mir, alles gut. Aber so richtig war das nicht möglich, entweder ging es fett nach oben oder halt zackig runter.

Nach 1,5 h Stunden hat sich das Gefühl einer guten Ausfahrt eingestellt, Wettkampf eher nicht, dafür hat mir die Motivation in dem Augenblick noch gefehlt. Jetzt weiß ich auch endlich, wo dieses Schladming dem Austragungsort der Alpinen Ski-WM 2013 liegt, dort sind wir mit Tempo >70km/h den Berg runter.

Ausrede für kurze Runde

Kurz vor km 60 ist die Entscheidung ob kurze oder lange Strecke. Ich habe mir eine lange Ausredenkette zusammengelegt.. Ach komm, ist doch nur Training und bei der Kälte 2-6 Grad reicht doch 5 Stunden Fahrt völlig. Trainingseffekt ist doch mit schon 2000 Hm erreicht. Und dann doch in die andere Richtung: Jetzt biste hier und willst doch nicht Weichei sein. Kurz fahren kann doch jeder und in 6 Wochen ist doch Challenge Roth mit 180km. Da ist doch diese Tour insgesamt kurz.

Jedenfalls an der Abzweigung mein kurzes Hochgefühl, sind doch nach Karte nur 50km mehr und alles flach, kannste mal schön in Aero-Position fahren. Und schon war ich auf der Abbiegung, war mir nicht sicher, weil kein kleines Schild mehr zu sehen war.. Und 2 Mitstreiter schauten ebenso unsicher und dann passierte es: Die erste mündliche Kommunikation! Kurze Lagebesprechung und ja, wir waren richtig.. „Hätte man doch noch ein bisschen mehr anzeigen können, dass ‚Hier die Tour der Starken’“. Gegenseite so: „Mh, hätte mir auch mehr Schilder gewünscht, so ein paar bunte Schilder oder so..“ Cool, der Lacher hat gesessen und jetzt schön schnittig fahren.

Das Tempo wurde schneller, da wir für Triathleten alles schön flach gewalzt und ich immer vorne. Ganz nach dem Motto „dem Wind die Nase bieten“ bin ich mit hoher TF und in Aero-Position gefahren und kam dann zu meinem Hänger bei km 95. Habe dann mal ordentlich Gels gegessen und dann kam auch die 2. Labestation, die Kekse haben es mir angetan und noch diese kleinen Xenofit-Gelsticks. In der Labestation war dann der Effekt, dass die 3-er Gruppe dann eine 20er Gruppe geworden ist und wie vorher auch, ich vorne.

 

Es war ein schön-trauriges Gefühl, so eine Gruppe mit 20 Lutschern anzuführen. Verzeiht mir den Ausdruck, aber nach 10min bin ich dann links gefahren, Trinkflasche gezückt und keiner kam. Naja, das Spiel von vorn und wieder mit 240watt gefahren. Dann kam die Überraschung, ein Mädel aus der Gruppe kommt vorgeschossen und setzt sich vor mich.. Nunja, aus den über 200Watt wurden dann nur 150Watt und das wollte ich nicht, allerdings auch nicht alleine vorne fahren, dann doch lieber ganz allein.
Idee: Pinkelpause und Gruppe war wie erwartet außerhalb Reichweite. Prima, jetzt kann ich für mich fahren.

Bei km 120 glaube ich war dann die letzte Labestation, diese habe ich ausgelassen, die Gels und der Seiten/Rückenwind haben mich den Berg hochgepusht. So habe ich die Gruppe dann auch abgehängt und konnte die letzten Kilometer in vollen Zügen mit 50+km/h genießen. Der Kampfgeist kam auf, als ich dann keinen mehr vorbeilassen wollte, immer schon Druck gegeben.

So bin ich meinem großen Ziel auf der Triathlon Roth-Radstrecke in Sub-5 Stunden durchzukommen näher gekommen.

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