Triathlon Magazin: Triathlon Rennberichte

Ironman Emilia Romagna - Rennbericht Tom Stark

1 Woche vor Hawaii, kommen sie alle wieder hoch, die Erinnerungen mein letztes Ironman Rennen in Italien. Ok, nicht ganz wahr, ich sehe die Folgen schon noch jeden Tag beim Duschen, hübsche blaue Zehenkappen, keine weitern Details, versprochen! Ich denke daran, im schönsten Spätsommer in Küstenort Cervia in der italienischen Emilia Romagna auf dem Campingplatz im Hochzelt zu verbringen. Sehr viele allürenfreie Athleten getroffen.

Was habe ich mitbegracht? Einen schönen Muskelkater und viele Kekse. Warum Kekse?! Tom?! Ich hatte ja gesagt, ich bringe euch (symbolisch) Kekse zu mit, wenn es wieder mal nur eine Kaffeefahrt wird und ich an diesem Tag nicht auf Tempo komm. Habe auch so gar nicht die 9.30 h Marke streicheln können. Nein, heute keine Erklärungsversuche oder Ausreden, sondern einfach nur ein schönes Rennen und der Spaß an diesen tollen Sport vergeht mir nicht!

Die ganze Veranstaltung hat sich wirklich gut angelassen. Klar, Top Gesprächsthema ist natürlich die laaaaange Wechselzone und die mit schlappen 185 Kilometern lange Radstrecke. So sind es offiziell 231 Kilometer am Wettkampftag zu bewältigen. Jedoch überlege im Vorfeld schon an einem DNS (Did not start), weil es mir heftig an der Rippe schmerzt. Schon beim Einatmen. 1 Woche lang habe ich das nun schon und kann nur noch schmerzfrei Rad fahren. 
So rede ich mit den Hawaii Expertinnen Nicole und Reinhard beim Espresso am Vorabend über die Optionen. Und gut das wir darüber gesprochen haben, es ist wohl erlaubt und Gang und Gäbe, mit Schmerztabletten (Ipuprofen) an den Start zu gehen .. Gesagt, NADA konform gecheckt, getan.. Ein Glück, das Rennen mit "18.4 degrees is an official wetsuit allowed race" .. Also habe ich mich artig in meinen Startblock gestellt und gewartet. 

Die Kulisse und das drumherum war mächtig gut inszeniert. Von der Soundanlage konnte ich mich den Vorabend im Soundcheck schon vergewissern, die hat es in sich, so konnte der gesamte Strand auf gut 1 km Breite auf angenehme Zimmerlautstärke beschallt werden .. So nun auch der Start der Profis, die von den Athleten tösend ins Wasser der Adria gelassen worden. Die Sonne vor einem im herrlichen Rot.

Dekadent - Zeitfahren auf der Schnellstraße

Nun starte ich, halte mich zurück, um nicht noch Kontakt an der jetzt eingepressten Rippe im Neopren zu bekommen. Alles gut, 2-er Atmung nach links, hauptsache durchkommen. Dann nach der ersten Wende der große Spass, links stand die Sonne direkt im Anblick der Schwimmrbrille, das wurde immer heller und ich war zum ersten Ausstieg immer noch geblendet. Gleiches Spiel noch mal, 2. aber kürzere Runde, geschafft, auf den flachen Passagen im Wasser wurde nur noch gewatet und viele glückliche Gesichter, ich habe es mit 1:02 h wohl auch sehr gut gemacht :)

Endlich aufs Rad, jetzt erst mal die Gruppenpassagen überstehen. Das wurde leider lange nicht gut, viele gestaute Gruppen, meine Aktivitäten waren vorne weg, oder locker Abstand lassen und warten, irgendwann löst sich das schon auf. 
Ja, 30 km waren es, da kamen die Profis entgegen und waren entsetzt, wie viele hier gelutscht haben, ich fand es auch schlimm, habe aber immer volle Penalty-Boxen wahrgenommen.

Die Radstrecke war schon mächtig cool, der Teil der Schnellstrasse, ein genuss, aber irgendwann wollte man auch wieder mal drücken, am Ende der 40 km kam der einzige bergige Teil, schöne Abwechslung. Irgendwie habe ich es bei den kurzen Verpflegungszonen NIE geschafft, einen Riegel abzubekommen, komisch, aber dann mussten es die Gels richten.

Am Ende der 1. Runde auf dem Oberlenker gab es ein übles Schlagloch und einen knarzenden Knall am Rad - Schock - aber nichts gebrochen oder kaputt? Was war los, ich suche, werde langsamer aber finde nichts, erst als ich mich dann wieder in Aeroposition lege, kommt die Erkenntnis, dass der Lenker um gefühlte 10 Zentimeter vorne nach unten geneigt ist. Toll, jetzt ist das Bikefitting futsch .. 

Das was ich mit meinem neuen Kiwami Super Knaller Aero Rennanzug spare, hebe ich mir für den Ironman Frankfurt 2018 auf!

Runde 2 wird sich bei Gegenwind geduckt und durchgedrückt. Lief gut, bei km Marke 180 hatte ich eine 4:57h stehen! Ja, jetzt schöne lange Wechselzone von wieder knapp 6:30 min, jetzt soll es laufen. 

Bringe meine 11. Langdistanz erfolgreich ins Ziel

Gut, anlaufen und mal an die 4:30 min/km kommen, und es sticht beim Atmen, gewaltig. Jetzt mal warten, ob ich jemanden am Hafen treffe. Nach Kilometer 9 dann stand mir Hilfe mit der 2. Schmerztablette zur Verfügung. Das ganze hat aber ewig gebraucht, bis Wirkung eintrat, irgendwie hat es aber nicht wirklich am Tempo verbessert, eher viele Pause-Passagen. Nein, es war nicht so schlimm wie es sich anhört, aber Mopstempo macht auch nicht den großen Spass, man überholt einfach zu wenig. Schleppt sich mit anderen von Häuserecke zur andern und zieht dann auch das 4. mal an der Bar Hawaii vorbei.. Das Ziel nähert sich und man ist stolzer Träger vom 4. Band.. 

Jetzt einfach mal den Ironman abschliessen und freuen - das habe ich mir verdient! Finish und ne Zeit etwas über 10h - alles gut, mehr war nicht drin und dran.. Ich kann lachen und das ist auch gut so!

Bilder zum Beitrag

Dekadent - Zeitfahren auf der Schnellstraße

Hafenpassage - herrlicher teil der Laufstrecke

Superman Finish - arbeite noch an den Details :)

Bringe meine 11. Langdistanz erfolgreich ins Ziel

Grund zum Jubeln

Zeit - mit 10+ Stunden ok für 231 km im späten Sommer..

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