Ich muss gestehen, Podersdorf liebt oder hasst man. Ich finde ihn ziemlich klasse.
Man wird auf keiner der 3 Disziplinen auch nur einen einzigen Höhenmeter finden. Und das hat natürlich auch seine Nachteile.
Aber beginnen wir mal ganz vorn. Das familiäre Ambiente erwischt einen schon beim Abholen der Startunterlagen. Alles ist in Podersdorf etwas lockerer - und das liegt nicht nur am Wein im Startbeutel.
Checkin ist noch Abends - oder eben frühs vor dem Start. Wenn es frühs noch nicht stürmt - trotzdem besser nicht die Scheibe einspannen. Der Wind kommt schon noch ;).
Das Schwimmen findet im flachsten Groß-See Europas statt, je nach Wasserstand 1,50m oder weniger. Bei Sturm (wie 2009) werden die 2 Schwimmrunden zum Abenteuer. Dann sind auch die verlängerten Bojen nicht mehr zu sehen. Ohne Wind ist es eine flotte Schwimmstrecke.
Ja, der Wind...
2010 ließen beispielsweise 2 superschnelle windstille Radrunden auf neue persönliche Bestzeiten hoffen. Und dann kam der Wind doch noch und hat die bleibenden 2 Radrunden zur Quälerei gemacht. Und man ist wegen der fehlenden Hügel auch permanent am Kurbeln. Kein Ausruhen, immer schön geduckt.
Und noch eine Besonderheit: In Podersdorf wird nicht grundsätzlich, aber von Einzelnen umso deutlicher Drafting gefahren. Raten kann ich es Keinem(!!!), denn es sind - fairerweise - einige Race Officer unterwegs. Aber mitunter muss man sich etwas auf die Zunge beissen, wann diese eingreifen. Aber wir fahren doch nicht zu solchen Wettkämpfen, um uns dann selber zu bescheißen, oder?
Die Streckenversorgung ist gut. Eigentlich beeindruckend gut, da die ganze Veranstaltung schon deutlich weniger Zuschauer in den Bann zieht als die grösseren Ironman Marken.
Das merkt man dann auch deutlich beim Laufen. 4 Runden "raus in die Landschaft". Auch hier versorgungstechnisch keine Möglichkeit zum Meckern. Aber alle, die sich beim Marathon von der Stimmung und den Zuschauern "tragen" lassen - die werden nur die 1-2km pro Runde in Podersdorf selber geniessen können.
Wie anfangs geschrieben: Mir hat dieser familiäre Charakter wunderbar gefallen. Podersdorf kann je nach Windstärke richtig hart sein! Aber es ist ein wirklich sehr schöner Wettkampf.
Größter Pluspunkt zuletzt: man kann sich bis 4 Wochen vorher noch problemlos anmelden.